CDU-Gemeindeverband setzt sich für den Erhalt des Rettungswagens in Sottrum ein
Der CDU-Gemeindeverband Holle hat zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, um über den Verlust der Rettungsaußenstelle in Sottrum und den Rettungsdienstbedarfsplan des Landkreises zu informieren und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Dieses Thema bewegt viele Menschen in unserer Gemeinde, denn mit dem Abzug des Rettungswagens gibt es eine deutliche Verschlechterung der Notfallversorgung.

Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises waren zwar zur Teilnahme angefragt, wirkten jedoch nicht mit. So eröffnete zunächst der Holler Gemeindebürgermeister Falk-Olaf Hoppe gemeinsam mit dem Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst Jan-Niklas Schöps die Diskussion. Sie schilderten die aktuellen Planungen und deren Folgen für die Gemeinde Holle, bevor das Publikum die Gelegenheit hatte, Fragen zu stellen und seine Sorgen zu äußern.
Besonders kritisch wurde angemerkt, dass der Rettungswagen aus Sottrum bereits zum 01.09.2025 abgezogen wurde – obwohl der neue Rettungsdienstbedarfsplan erst nach dem 30.06.2026 in Kraft tritt. Das neue Konzept sieht u.a. vor, daß Krankentransporte künftig nicht mehr von Rettungssanitätern begleitet werden, wodurch Personal eingespart wird. Gleichzeitig wird aber auch die Gesamtzahl der Rettungssanitäter reduziert.
Ein häufig vorgebrachtes Argument des Landkreises lautet, ein striktes Monitoring solle die Wirksamkeit des neuen Plans überwachen. Dem entgegnen die Diskutierenden, daß eine solche Qualitätssicherung bereits seit 2017 vorgeschrieben sei – ohne dass sich die Versorgung seitdem verbessert hätte. Außerdem wurde auf die Situation im Landkreis Hameln hingewiesen. Dort gibt es bei deutlich kleinerer Fläche und Bevölkerungszahl genauso viele Rettungsfahrzeuge und Rettungssanitäter wie im Landkreis Hildesheim. Das bedeutet für Hamel im Vergleich zu Hildesheim eine deutlich bessere Versorgung.
Ein zentraler Kritikpunkt sind auch die Hilfsfristen. Diese legen fest, daß Rettungskräfte in 95% der Fälle innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort sein müssen – ein Wert, der in Niedersachsen ohnehin deutlich weniger ambitioniert ist als in vielen anderen Bundesländern ist. In Holle wird diese Frist bereits jetzt in weniger als 70% der Fälle eingehalten. Für manche Holler Ortsteile werden diese 15 Minuten bereits unter optimalen Fahrtbedingungen allein für die Anfahrt benötigt. Der Abzug des Rettungswagens hat dieses Problem verschärft und stellt eine reale Gefahr für die Bevölkerung dar.
Auch das Argument, ehrenamtliche „First Responder“ oder verbesserte Erste-Hikfe-Ausbildung könnten diese Lücke schließen, wurde deutlich relativiert. Die „First Responder“ leisten eine hervorragende Arbeit, sie können jedoch keine ausgebildeten Rettungssanitäter ersetzen und dürfen nicht noch stärker belastet werden.
Besonderes Erstaunen rief die Haltung der Kreistagsabgeordneten Simone Flohr aus Sillium hervor, die den neuen Bedarfsplan vehement verteidigte und den Abzug des Rettungswagens und somi die damit einhergehende Verschlechterung der Notfallversorgung in ihrer eigenen Gemeinde unterstütze.
Zum Abschluss der Veranstaltung rief Nicole Sukop als Moderatorin alle Anwesenden dazu auf, die laufende Petition „Neufassung des Rettungsdienstbedarfsplans der Stadt und des Landkreises Hildesheim“ zu unterstützen. Ziel ist es, mindestens 5.000 Stimmen innerhalb von sechs Wochen ab dem 08. September zu sammeln, damit der Landtag sich mit dem Thema befasst. So könne jede Bürgerin und jeder Bürger einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Rettungsaußenstelle in Sottrum leisten.