Am 6. Dezember fand vor dem Rathaus der Gemeinde Holle eine Solidaritätskundgebung für den Rettungsdienst statt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten dem gemeinsamen Aufruf von Gemeinderat und Bürgermeister, um ein deutliches Zeichen gegen eine befürchtete Verschlechterung der Notfallversorgung zu setzen – insbesondere im Gebiet der Gemeinde Holle, aber auch im gesamten Landkreis Hildesheim.

Hintergrund der Kundgebung war eine geplante Veränderung im Rettungsdienstbedarfsplan des Landkreises und die Schließung der Rettungsaußenstelle Holle/Sottrum. Die Gruppe CDU/Grüne Bürgerliste bedauerte diese Entscheidung ausdrücklich und bekundete ihre uneingeschränkte Unterstützung für die Kundgebung. Aus Sicht der Gruppe ist eine wohnortnahe und leistungsfähige Notfallversorgung ein unverzichtbarer Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge.
Als Redner traten der Bürgermeister der Gemeinde Holle, Falk-Olaf Hoppe, sowie der Notarzt Fabian Becker auf. Beide appellierten eindringlich an den Landkreis, den Landrat und die Mehrheitsgruppe im Kreistag, den beschlossenen Rettungsdienstbedarfsplan kritisch zu überprüfen und zu überarbeiten. Ziel müsse es sein, die Versorgungssicherheit der Bevölkerung dauerhaft zu gewährleisten.
Notarzt Fabian Becker schilderte aus seiner täglichen Praxis die konkreten Probleme, die sich bereits jetzt abzeichnen. Er verwies unter anderem auf die Verringerung der Anzahl von Rettungssanitätern und auf schwierige Entscheidungen in der Rettungsleitstelle. Dort müsse zunehmend abgewogen werden, ob ein Rettungswagen oder lediglich ein Krankenwagen eingesetzt werde – mit potenziell gravierenden Folgen für Patientinnen und Patienten in akuten Notlagen.
Bürgermeister Falk-Olaf Hoppe machte deutlich, dass die gesetzlich geforderte Hilfsfrist von 15 Minuten, innerhalb derer ein Rettungswagen am Einsatzort sein muss, schon zu Zeiten der Stationierung eines Rettungswagens in Sottrum nicht eingehalten werden konnte. Diese Frist muss in 95% aller Fälle erreicht werden. Durch den Abzug des Rettungsmittels und die zeitliche Reduzierung der Rettungssanitäter an den benachbarten Rettungswachen in Bockenem und Schellerten werde sich diese Situation nach seiner Einschätzung weiter verschärfen.
Zum Ende seiner Rede reichte Bürgermeister Hoppe dem Landrat dennoch die Hand und unterstrich die Bereitschaft der Gemeinde Holle zu konstruktiver Zusammenarbeit. Er erläuterte, dass im Haushalt 2026 finanzielle Mittel eingeplant sind, um die Einrichtung einer Rettungswache im Gemeindegebiet zu ermöglichen.
Die Gruppe CDU/Grüne Bürgerliste unterstützt diese Investition ausdrücklich und hat dem Vorhaben im Rahmen der Haushaltsberatungen selbstverständlich zugestimmt. Die Kundgebung machte insgesamt deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger in Holle und Umgebung geschlossen hinter dem Rettungsdienst stehen und eine sichere, verlässliche Notfallversorgung einfordern.