Den Auftakt der Besichtigung des Stahlwerks am 16. Februar bildete ein 15-minütiger Film im Besucherzentrum der Salzgitter-AG. Hier erhielten wir einen ersten Einblick in Produkte und
Arbeitswelt des Stahlwerks. Ausgestattet mit Helm und Kopfhörern bestieg unsere fast 30- köpfige Besuchergruppe den Bus zur etwa 3 ½ -ständigen Besichtigungstour. Bei der Fahrt
vorbei an Kraftwerk, Kokerei und großen Werkhallen gewannen wir einen ersten Eindruck von den Ausmaßen des ca. 6,5 Quadratkilometer großen Werksgeländes.
Der erste Haltepunkt war ein Hochofen. Damit hier das Roheisen von der Schlacke getrennt werden kann, muß das Material auf ca. 1.450 Grad erhitzt werden. Alle zwei Stunden wird
hier eine kleine Öffnung gestochen, durch die das flüssige Roheisen in die „Abstichrinnen“ fließt. Um täglich ca. 14.000 t Roheisen zu produzieren dürfen diese Hochöfen nicht
stillstehen. Die Erhitzung erfolgt jetzt noch mit Koks. Zukünftig sollen hier Strom und Wasserstoff, die aus erneuerbaren Energien hergestellt werden, als Energieträger dienen, um
klimaneutralen Stahl herzustellen.

Nachdem wir hier einen Eindruck von den herausfordernden Arbeitsbedingungen gewinnen konnten, brachte uns der Bus zum Stahlwerk. Hier wird das Roheisen in großen Konvertern
mit Sauerstoff „gefrischt“. Dieser Oxidationsprozess verringert den Anteil des Kohlenstoffs und verbrennt andere unerwünschte Begleitstoffe – wie Schwefel. So entsteht der Stahl, der
in der Strangussanlage zu sogenannten „Brammen“ gegossen wird. In der sich anschließenden Legierungsanlage werden unterschiedlicher Stahlqualitäten erzeugt.
In den Walzwerken werden die „Brammen“ auf bestimmte Größen gewalzt und dann zu Stahlblechrollen aufgewickelt und in die Auslieferungshalle gebracht. In Salzgitter werden
mehr als 400 verschiedene Stahlsorten hergestellt.

Mit diesen Eindrücken wurden wir zurück zum Besucherzentrum gebracht, wo wir uns mit einem herzlichen Dankeschön für die informative und kurzweilige Begleitung von unserem
Werkführer verabschiedet haben.